Donat Blum veranstaltet die Werkstattgespräche «Teppich»[2] im Literaturhaus Zürich sowie initiierte und moderiert die literarischen Diskussions- und Netzwerkveranstaltungen «Skriptor»[3] an den Solothurner Literaturtagen. Blum gründete darüber hinaus PEN Berlin, ein Aktionsbündnis gegen Xenophobie.[4]
Blum akzeptiert für sich männliche Pronomen, verwendet selbst aber das sogenannte Neopronomenens.[5]
Kontroverse um Anthologie Oh Boy (2023)
2023 hatte Blum zusammen mit Valentin Moritz das Debattenbuch Oh Boy – Männlichkeit*en heute im Kanon Verlag herausgegeben, welches nach feministisch motivierten Protesten in Bezug eines Beitrags von Valentin Moritz zurückgezogen wurde.[6] Über die Angelegenheit wurde in diversen Medien berichtet. Unter anderen schrieb Fatma Aydemir im Guardian darüber.[7] Die Kritik richtete sich in Teilen auch direkt an Blums Verhalten als Mitherausgeber. Frankfurter Rundschau[8], Neues Deutschland[9] und TAZ[10] hoben hervor, wie vehement Blum die Publikation von Valentin Moritz’ umstrittenem Textbeitrag verteidigt habe, obwohl bereits einige Wochen öffentlich dagegen protestiert wurde. In einem Interview mit der Journalistin Nora Zukker sagte Blum: „Das Instagram-Gericht hat aufgrund einer anonymen Quelle geurteilt.“[11] Das Online-Magazin Das Lamm bezeichnete Blums Aussagen als „dreiste Täter-Opfer-Umkehr“ und schrieb: „Blum wurde in den letzten Wochen zu einem besonders enthemmten Beispiel für den kritisch-männlichen Umgang mit feministischer Kritik.“[12] Eine Behauptung, die allerdings weder belegt noch nachvollziehbar begründet wurde. Zuspruch bekam Blum vom Cicero.[13] Dass weder Blum noch Moritz zu einer Veranstaltung des Internationalen Literaturfestivals Berlin zur Anthologie eingeladen waren, wurde von Deniz Yücel in der Welt kritisiert.[14] Ein erstes umfassendes Bild zeichnete eine ausführliche Recherche von Nadine Brügger, die fast ein Jahr später am 3.7.2024 in der NZZ erschien[15]. Darin gibt Valentin Moritz an, dass er gegenüber der Frau hinter den Vorwürfen weder "Zwang noch Gewalt" ausgeübt habe. Es wird aufgezeigt, wie die Vorwürfe gegen Blum, das Buch und Valentin Moritz insbesondere in den sozialen Medien teilweise gezielt aufgebauscht und am Buch Beteiligte unter Druck gesetzt wurden. In ihren Beurteilungen und Analysen beriefen sich auch etablierte Medienhäuser ausschliesslich auf zwei ungeprüfte anonyme Quellen, die beide auf die Frau hinter den Vorwürfen zurückzuführen sind: Ein Artikel auf RBB24.de, der nachträglich ohne Kenntlichmachung abgeändert wurde, sowie das ebenfalls anonym und vage gehaltene "Statement der Betroffenen"[16], das am Anfang des Shitstorms stand. Blum bezifferte in dem Artikel den finanziellen Schaden, der ihm durch die Kampagne gegen das Buch und seine Person neben der psychischen Belastung entstanden ist, "auf rund einen Drittel des eigenen kleinen Jahreseinkommens". Und gibt an, dass Anfragen für Lesungen oder andere Engagements seither ausgeblieben seien.
Werke
Donat Blums Werke umfassen einen Roman, Kurzgeschichten, Essays und Reportagen. Das Manuskript zum Debüt-Roman Opoe wurde im Jahre 2015 von Stadt und Kanton Schaffhausen mit einem Förderbetrag unterstützt.[17] 2016 wurde Blum mit dem Text in die Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin eingeladen.
↑Fatma Aydemir: Heavy metal and macho writers: how Germany’s #MeToo moment is finally taking off. In: The Guardian. 21. September 2023, ISSN0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 26. September 2023]).
↑Simon Sahner: „Oh Boy“ und kritische Männlichkeit: Der große Fehlschluss. In: Die Tageszeitung: taz. 25. August 2023, ISSN0931-9085 (taz.de [abgerufen am 17. September 2023]).