David McCaa

David Galen McCaa (* 14. April 1882 in Ephrata, Pennsylvania; † 22. Juni 1954 in Long Branch, New Jersey) war ein US‑amerikanischer promovierter Radiologe, Erfinder und ein Funkpionier, der sich insbesondere um die drahtlose Telefonie verdient gemacht hat. Sein Nachname wird gesprochen wie „McCay“.

Leben

Geboren als Sohn von David J. McCaa und dessen Ehefrau Eugenie, geb. Bickham, im Lancaster County des US‑Bundesstaats Pennsylvania knapp 20 km nordöstlich der Bezirkshauptstadt (County Seat) Lancaster und 90 km westlich von Philadelphia, besuchte er in seiner Geburtsstadt die Ephrata High School. Anschließend studierte er Medizin in Philadelphia am Medico-Chirurgical College, heute ein Teil der University of Pennsylvania. Danach begann er seine ärztliche Laufbahn als Radiologe am General Hospital von Lancaster. Ab 1906 interessierte ihn über die innovative medizinische Anwendung hinaus, die dort eingesetzten Röntgengeräte technisch zu verbessern. Über diese Arbeiten kam er zusätzlich zu der damals ebenfalls neuen Funktechnik, die in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts einen enormen Aufschwung erlebte. Während die Reichweite immer mehr vergrößert werden konnte, wurden allerdings damit praktisch nur Morsezeichen übertragen – kaum jedoch die menschliche Stimme.

Inspiriert von der ersten drahtlosen Sprachübertragung, die Reginald Fessenden (1866–1932) am 23. Dezember 1900 gelungen war, führte er ab 1907 eigene Experimente zur Funktelefonie durch. Ab 1913 war er einer der wenigen Funkamateure, die nicht nur Sprache zum Zweck eines zweiseitigen Funkgesprächs übertrugen, sondern der einen nahezu professionellen Radiosender betrieb (siehe auch: Foto unter Weblinks), dessen Sendungen von vielen Menschen mit einfachen Radios gehört werden konnten. Diese damals als sensationell empfundene Errungenschaft wurde von den lokalen Zeitungen mit großem Interesse begleitet, die ihn überschwänglich und irrtümlich als „Erfinder des drahtlosen Telefons“ priesen.[1] Zwar war er nicht der erste, jedoch einer der bedeutenden Pioniere des frühen Rundfunks, der die ursprüngliche Technik wesentlich verbesserte.

Im Jahr 1914 installierte er einen Funksender auf dem Dampfschiff Tyler, den er selbst bediente, und konnte damit experimentell beweisen, dass Sprachnachrichten auch von Schiffen auf Hoher See bis an Land übertragen werden können. Im März 1916 bekam seine Firma, die McCaa Radio Company, Besuch aus dem fernen Deutschland, das sich zu dem Zeitpunkt noch nicht im Krieg mit den Vereinigten Staaten befand. Der angesehene Funkpionier Jonathan Zenneck (1871–1959), Professor für Physik an der TH München, wurde Zeuge von Vorführungen der McCaa-Technologie und zeigte sich sehr beeindruckt.

Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917 mussten sämtliche nichtmilitärische Funkaktivitäten eingestellt werden. Er ging eine Zeit lang nach Washington, D.C. ins National Bureau of Standards (NBS). Auch nach dem Krieg blieb der ausgebildete Doktor der Medizin und Radiologe weiterhin bei der Funk- und Rundfunktechnik. Im Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus schulte er Nachrichtensoldaten in Fort Monmouth im Umgang mit militärischen Funkgeräten. Im Zeitraum von 1912 bis 1941 erhielt er nicht weniger als 34 Patente.[2]

David McCaa wurde 72 Jahre alt. Er hinterließ einen Sohn, Robert, und zwei Enkelkinder. Seine Ehefrau Mae Estella Yeiser (1884–1949) war vor ihm gestorben.[3]

Literatur

  • Lloyd Jury, Brian Belanger: Radio Pioneer Dr. David G. McCaa. In: AWA Review. Band 19, 2006, S. 29–47 (englisch, antiquewireless.org [PDF; 10,0 MB]).

Einzelnachweise

  1. Lloyd Jury, Brian Belanger: Radio Pioneer Dr. David G. McCaa. (PDF; 10 MB) In: AWA Review. 2006, S. 29, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch): „the inventor of the wireless telephone“
  2. Lloyd Jury, Brian Belanger: Radio Pioneer Dr. David G. McCaa. (PDF; 10 MB) In: AWA Review. 2006, S. 48, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).
  3. Lloyd Jury, Brian Belanger: Radio Pioneer Dr. David G. McCaa. (PDF; 10 MB) In: AWA Review. 2006, S. 30, abgerufen am 19. Februar 2026 (englisch).

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