Daddy (Slang)

Daddy ist ein Slangausdruck in der schwulen Kultur, welcher für einen älteren Mann verwendet wird, der in einer Beziehung sexuell mit einem jüngeren Mann involviert ist oder ein sexuelles Interesse für jüngere Männer hat.[1][2][3]

Daddy wird für jemandes Freund verwendet, besonders ein älterer Mann oder ein Sugar Daddy. Anfangs der 1920ern wurde der Begriff oft im Blues und Afroamerikanischen Englisch oder „Black Folk Talk“ oder „Talking Ghetto“ verwendet.

Geschichte

Vorgänger

Anzeige mit der Sängerin Aileen Stanley, „The Victrola Girl“, mit einem Tourneeplan für die Vereinigten Staaten, Seite 37 der Variety vom 27. Oktober 1926.

Laut des Historical Dictionary of American Slang erfolgte die erste Verwendung von „Daddy“ in einem nicht-familiären Kontext 1681 von Prostituierten in Anspielung ihre Zuhälter oder älteren männliche Kunden.[4][5] Der Begriff wird ethnienübegreifend verwendet, dessen Ursprünge in den 1920er Jahren am bekanntesten wurden.

In den Vereinigten Staaten wurde der Begriff in den 1920ern im Blues und Afroamerikanischen Englisch verwendet, um einen Liebhaber zu bezeichnen, vor allem einen älteren Mann oder einen Sugar-Daddy. 1920 verwendet Aileen Stanley den Begriff in ihrem Blues I Wonder Where My Sweet, Sweet Daddy's Gone in einem romantischen Kontext.[6] Ähnlich wird er auch 1922 in Lavinia Turners Lied How Can I Be Your ‚Sweet Mama‘ When You're ‚Daddy‘ to Someone Else? verwendet.[4][7] Im selben Jahr taucht der Begriff in Trixie Smiths My Man Rocks Me in den Zeilen „My man rocks me, with one steady roll […] I said now, Daddy, ain’t we got fun“ auf.[8][5]

Ein T-Shirt mit der Schrifft „I Love Daddy Bears“ („Ich liebe Daddy Bears“)

In der Schwulen-Kultur

Ein „Leather Daddy“ oder eine Gruppe von Ihnen auf der Folsom Street Fair 2012, die ein Paar Lederchaps, eine Lederschürze sowie Lederjacken, Ledergeschirre, Manschetten und ähnliche Ausrüstungsgegenstände tragen. Bekleidung dieser Art ist weltweit auf BDSM-Veranstaltungen zu sehen und erinnert an Militärbekleidung aus dem Zweiten Weltkrieg und umfasst Lederhüte, Handschuhe und Stiefel.

In Gay Culture und BDSM, eine „Vater/Sohn“ oder „Mann/Junge“ Beziehung kann Ähnlichkeiten mit einer Dynamic von dominance and submission.[9]

New York meinte in 2017, dass der schwule Begriff aus der leather subculture stammt, welche in den 1940ern begann.[10]

In den 1970ern, der „Leather Daddy“ Archetyp (welches Assoziationen mit dem sadomasochistic hat) wurde verbreitet in Medien wie die Drummer-Magazine (starteten in 1975); 1976 bis 1979 in schwulen Pornofilmen Working Man Trilogy; und BDSM Romanen von Larry Townsend.[11][10]

Braidon Schaufert machte den Vorwurf, dass der Begriff weiter normalisiert wurde durch das Game Grumps' Visual Novel Dream Daddy: A Dad Dating Simulator, welches sich um eine „Queere Väter in einem Romanzenspiel“ zentrierte und erfolgte einen signifikantes online fandom.[12]

Geschlecht

In 2000, meinte Andrew Schopp, dass der Daddy-Archetyp

“challenge[s] dominant ideologies of masculinity by appropriating the icons of masculinity and male authority, (IE. jocks, leather, motorcycles, uniforms) transporting them into the realm of gay male sexual experience.”

„die vorherrschende Ideologien von Männlichkeit hinterfragt, indem er sich Symbole von Männlichkeit und männlicher Autorität (z. B. Sportler, Leder, Motorräder, Uniformen) zu eigen machen und sie in den Bereich der sexuellen Erfahrungen schwuler Männer übertragen.“[13]

Braidon Schaufert behauptete 2018, dass

“By creating the term 'daddy', Queer communities have separated the specific Gender Performance of fatherhood from the actual act of raising children.”

„Bei der Erschaffung des Begriffs 'Daddy' haben queere Gemeinschaften die spezifische Gender-Performance der Vaterschaft und das tatsächliche Großziehen von Kindern separiert.“[12]

Transgender Studies Quarterly behauptete 2022, dass eine Daddy/Boy-Dynamic zwischen Trans-Menschen

“Can be read as gender labor; affective and intersubjective work that produces gender.”

„als Geschlechterarbeit erkannt werden kann; affektive und intersubjektive Arbeit welche Geschlechter produziert.“[14][15]

Einzelnachweise

  1. Justin Kirkland: Here's an Outrageously Comprehensive Guide to the Term 'Daddy'. In: Esquire. 15. Juni 2018 (englisch, esquire.com [abgerufen am 10. Dezember 2023]).
  2. Aniruddha Mahale: The Guysexual's Urban Dictionary for Gay Slang (Memento des Originals vom 16. Mai 2021 im Internet Archive) In: Firstpost, 7. Januar 2018 (englisch). 
  3. Jonathan Borge: Why People Are Calling Hot Guys Daddy. In: InStyle. 23. Oktober 2017 (englisch, instyle.com [abgerufen am 10. Dezember 2023]).
  4. a b Paul Farhi: Conception of a Question: Who's Your Daddy? In: Washington Post, 4. Januar 2005 (englisch). 
  5. a b Karen: The Deal with Daddy. In: Acelinguist.com. Abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  6. "I Wonder Where My Sweet Sweet Daddy's Gone" Aileen Stanley (1920) T. A. Hammed & Ray H. Stark. via YouTube, 22. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  7. How Can I Be Your "Sweet Mama" When You Are "Daddy" to Somebody Else? - Lavinia Turner. via YouTube, Dezember 2023, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  8. My Man Rocks Me (With One Steady Roll) - Trixie Smith and the Jazz Masters_(Released October 1922). via YouTube, 10. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  9. Thomas S. Weinberg: S and M : Studies in dominance and submission. Prometheus Books, 1995, ISBN 0-87975-978-X (englisch).
  10. a b Mike Albo: Rise of the 'Daddies': A New (and Sexy) Gay Niche. In: The Cut. 14. Juni 2013, abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  11. Larry Townsend Books List. In: Ranker. Abgerufen am 14. Januar 2024 (englisch).
  12. a b Braidon Schaufert: Daddy's Play: Subversion and Normativity in Dream Daddy's Queer World. In: Game Studies. 18. Jahrgang, Nr. 3, Dezember 2018, ISSN 1604-7982 (englisch, gamestudies.org).
  13. Andrew Schopp: (De)Constructing Daddy: The Absent Father, Revisionist Masculinity and/in Queer Cultural Representations. In: disClosure: A Journal of Social Theory. 9. Jahrgang, Nr. 1, 15. April 2000, ISSN 1055-6133, doi:10.13023/disclosure.09.03 (englisch, uky.edu).
  14. Cassius Adair, Aren Aizura: "The Transgender Craze Seducing Our [Sons]"; or, All the Trans Guys Are Just Dating Each Other. In: Transgender Studies Quarterly. 1. Februar 2022 (englisch, dukeupress.edu).
  15. Cameron Awkward-Rich, Hil Malatino: Meanwhile, t4t. In: Transgender Studies Quarterly. 1. Februar 2022 (englisch, dukeupress.edu).

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