Composition N. 247

Composition N. 247
Studioalbum von Anthony Braxton

Veröffent-
lichung

2001

Aufnahme

15. Mai 2000

Label(s)

Leo Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

1

Länge

1:01:35

Besetzung

Produktion

Anthony Braxton, Leo Feigin

Studio(s)

Middletown (Connecticut)

Chronologie
Quintet (Basel) 1977
(2001)
Composition N. 247 Anthony Braxton with Alex Horwitz: Four Compositions (Duets) 2000
(2001)

Composition N. 247 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die am 15. Mai 2000 in Middletown (Connecticut) entstandenen Aufnahmen erschienen 2001 auf Leo Records.

Hintergrund

Bei Anthony Braxtons „Composition N. 247“ handelt es sich um ein Trio-Stück, das mit dem Saxophonisten und Klarinettisten James Fei und dem Dudelsackspieler Matthew Welch eingespielt wurde.[1]

Die „Komposition N. 247“ (die die gesamte Spieldauer dieser CD umfasst) ist Teil von Anthony Braxtons Ghost Trance Music. Sie besteht aus einer fast endlosen, schnellen, unisono gespielten Linie (Zirkularatmung), die über dem Dudelsack-Bordunton schwebt. Die Linie ist eine kurze Viertelnotenphrase, anfangs fünf Schläge lang, die immer wieder gespielt wird; kleine Variationen in den Wiederholungen verändern die Phrase fortwährend. Alle paar Minuten improvisiert ein Spieler etwa eine Minute lang, unter oder über dem Unisono. Nur sehr selten verstummt der Dudelsack kurz, etwa bei Minute 49, während Braxton ein 90-sekündiges Altsaxophon-Solo spielt.[2]

Titelliste

  • Anthony Braxton: Composition N. 247 (Leo Records – CD LR 306)[3]
  1. Composition N. 247 1:01:35

Die Komposition stammt von Anthony Braxton.

Rezeption

Anthony Braxton an der Kontrabassklarinette (Reggio Emilia, 2007; links Tony Oxley sowie William Parker (verdeckt))

Mit dieser ungewöhnlichen Instrumentenkombination würde Braxton, der Innovator schlechthin, vielleicht einem Wissenschaftler gleichen, „der versucht, eine komplexe mathematische Formel zu lösen, angesichts der impliziten Komplexität und der geometrischen Eigenschaften der hier präsentierten Musik“, meint Glenn Astarita in All About Jazz. Diese neue, ausgedehnte Komposition gehöre zu Braxtons Reihe mit „Ghost Trance Music“ (GTM), die er als „eine Melodie ohne Ende“ beschreibe. James Fei würde Lob für seine ausführliche und präzise Beschreibung der Mechanik und der Gesamtwirkung dieses Stücks gebühren, in der er auch die Klangcharakteristika des Dudelsacks erläutere. Natürlich stelle diese Komposition die Musiker vor einige Herausforderungen, da sie hypnotische und teils minimalistische Unisono-Linien inmitten nahtloser Tempowechsel synchron spielen müssen. Daher sei es nicht einfach gewesen, all dies in einem Take zu realisieren. Allerdings sollte das Anhören dieses Stücks in einem Zug als Voraussetzung gelten, obwohl die Unveränderlichkeit des Geschehens, wenn man es als Ganzes betrachtet, eine hohe Aufmerksamkeitsspanne erfordere, insbesondere wenn man all die subtilen Nuancen und kaum wahrnehmbaren Veränderungen berücksichtige.[1]

Die Dudelsäcke erzeugten „diese tiefen, klagenden Klänge, die den Charakter derer, die sie hören, mit Melancholie und resignierter Verzweiflung geprägt haben“; so zitiert John Littweiler in JazzTimes Stephen Leacock in seiner Besprechung des Albums. „Composition N. 247“, „McBraxtons“ langes Stück für ein Dudelsacktrio, würde beinahe minimalistisch klingen. Tatsächlich seien die wenigen Male, in denen Braxton kraftvolle, stakkatoartige, rhythmisch gegensätzliche Passagen anstimme, inmitten der langen Wiederholungen sehr willkommen.[2]

François Couture verlieh dem Album in Allmusic lediglich zwei Sterne und schrieb, untypischerweise sei dieses Stück für eine spezielle Besetzung von zwei [modernen]Holzblasinstrumenten und einem Dudelsack komponiert. Letzterer, gespielt von Matthew Welch, würde dem Stück einen höchst ungewöhnlichen Klang verleihen (denn der Dudelsack spiele in der kreativen Musik eine eher untergeordnete Rolle). Ein weiterer Unterschied zu den meisten anderen GTM-Kompositionen Braxtons bestehe darin, dass die als Schleife dienende Achtelnotenfolge gelegentlich rhythmisch komplexe Figuren (wie Sechzehntel-Quintolen) enthalte, die den gleichmäßigen Fluss des Stücks unterbrechen würden. Eine letzte Besonderheit: Das Stück verwende nur neun Töne – die, die der Dudelsack bietet. All dies ergebe ein einstündiges Marathonstück, das ständige Zirkularatmung und ein komplexes System aus Hinweisen, Wechseln und dem Hin- und Herspringen zwischen den Seiten erfordere. Es hinterlasse einen Hörer, der die Partitur nicht zur Hand habe, um den subtilen Feinheiten zu folgen, erschöpft und ratlos. Der Bordunton des Dudelsacks eröffne zwar interessante Polyphonien, und die sich wiederholenden Motive würden einen halluzinatorischen Zustand erzeugen. Die meisten Hörer dürften jedoch wohl lieber vorher abbrechen, und das könne man ihnen kaum verdenken.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Glenn Astarita: Anthony Braxton: Composition N. 247. In: All About Jazz. 1. Juni 2001, abgerufen am 7. August 2026 (englisch).
  2. a b John Littweiler: Anthony Braxton: Composition N. 247. In: JazzTimes. 1. Oktober 2001, abgerufen am 7. August 2026 (englisch).
  3. Anthony Braxton – Composition N. 247. In: Discogs. Abgerufen am 7. August 2026 (englisch).
  4. Besprechung des Albums von François Couture bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 7. August 2026.

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