Christel Klein
Christel Klein (geboren 27. November 1939 als Christel Pazdera in Herten; gestorben 6. Mai 1981 in Hamburg) war ein deutsches Opfer häuslicher Gewalt. Die Ehefrau und Mutter wurde von ihrem früheren Partner erschossen, weil sie sich von ihm getrennt hatte.
Leben

Christel Pazdera wurde am 27. November 1939 in Herten geboren.[1] Sie heiratete Ralf Klein und bekam drei Töchter.[2]
Aufgrund von häuslicher Gewalt verließ sie ihren gewalttätigen, alkoholabhängigen Mann und suchte Schutz in einem Frauenhaus in Hamburg. Sie plante, sich scheiden zu lassen.[2] Nach einiger Zeit im Frauenhaus zog sie in eine Wohnung in Hamburg-Jenfeld. Dort spürte er sie auf, obwohl sie eine Auskunftssperre erwirkt hatte.[2] Christel Klein wurde von anderen Frauen aus dem Frauenhaus und dem Umfeld unterstützt. Teilweise übernachteten die Frauen in ihrer Wohnung, um sie zu beschützen. Ralf Klein versuchte mit Tricks, sie zur Öffnung der Tür zu bringen und die Wohnung zu betreten. Er bedrohte sie, auch mit dem Tod. Die Kinder durften die Wohnung auch zum Spielen nicht mehr verlassen.[3]
Nach einem erneuten kurzen Aufenthalt mit ihren Töchtern im Frauenhaus zog sie in ihre Wohnung zurück, da sie mit ihren Kindern ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben führen wollte.[2]
Am 6. Mai 1981 drang Ralf Klein nachts durch ein Fenster in die Wohnung ein und erschoss Christel Klein, die im Bett lag, mit drei Schüssen, von denen jeder Schuss für sich tödlich war. Der Umstand, dass sich ihr neuer Lebensgefährte und die Kinder in der Wohnung aufhielten, konnte die Tat nicht verhindern.[2]
Christel Klein starb am 6. Mai 1981. Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet.
Verhaftung des Täters, Prozess, Haft und weiterer Mord
Am nächsten Morgen konnte der Täter verhaftet werden, kurz vor Weihnachten 1981 wurde er zu acht Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Es waren 15 Jahre Haft wegen Mordes von der Staatsanwaltschaft gefordert worden. Der Richter des Landgerichts Hamburg Günter Heinsohn war bekannt für das große Verständnis, welches er Angeklagten in Mordprozessen entgegenbrachte und war zudem stolz darauf, wenn er aus einer Mordanklage eine Verurteilung wegen Totschlags, gerne auch in einem „minderschweren Fall“, verhängen konnte. Für ihn galt immer „Im Zweifel für den Angeklagten.“[4] Bereits nach fünf Jahren wurde Ralf Klein im September 1986 wegen guter Führung vorzeitig entlassen.[2]
Danach beging er einen weiteren Mord, der dem Muster der Ermordung von Christel Klein folgte: Er zog nach Gelsenkirchen, hatte eine neue Partnerin, die sich später auch aufgrund von häuslicher Gewalt von ihm trennte. Er lauerte ihr auf, als sie auf dem Weg zur Arbeit war. Als sie flüchtete, schoss er mehrfach von hinten auf sie. Dann gab er aus unmittelbarer Nähe einen gezielten, tödlichen Schuss auf ihren Kopf ab. Sich selbst tötete er auf einem nahegelegenen Spielplatz.[2]
Gedenken
Christel Klein wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet. Ihr Schicksal wurde im Garten der Frauen stellvertretend für die vielen Frauen dargestellt, die Opfer von häuslicher Gewalt und Femiziden werden. Ihr Gedenkstein wurde 2010 am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, aufgestellt. Er weist drei Durchbohrungen auf, die ihr Leid versinnbildlichen.[2] Eingraviert ist die Inschrift: „Christel Klein, Opfer häuslicher patriarchaler Gewalt“.[5]
Einzelnachweise
- ↑ Verena Lappe: Christel Klein. In: Biografien-Datenbank: Frauen aus Hamburg. Abgerufen am 8. März 2026.
- ↑ a b c d e f g h Christel Klein. In: garten-der-frauen.de. 2024, abgerufen am 5. Februar 2026.
- ↑ Offener Brief an Richter Heinsohn. In Courage, März 1982, S. 62. Abgerufen am 5. März 2026
- ↑ Hilmar Zschach: Traumbesetzung. In: Die Tageszeitung: taz. 1995, ISSN 0931-9085 (taz.de).
- ↑ Petra Schellen: Friedhof in Hamburg: Garten der Lebensfäden. In: Die Tageszeitung: taz. 20. März 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. März 2026]).
Weblinks
- Christel Klein im Digitalen deutschen Frauenarchiv
- Rede zum Gedenken an Christel Klein im Garten der Frauen
- Offener Brief an Richter Heinsohn von Frauen der Hamburger Frauenhäuser in der Zeitschrift Courage (März 1982, S. 62)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klein, Christel |
| ALTERNATIVNAMEN | Pazdera, Christel (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsches Opfer von häuslicher Gewalt |
| GEBURTSDATUM | 27. November 1939 |
| GEBURTSORT | Herten |
| STERBEDATUM | 6. Mai 1981 |
| STERBEORT | Hamburg |
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