Beuchen
Beuchen, Bäuchen oder Bauchen ist eine alkalische Druckkochung von Baumwolle zur Beseitigung wachstumsbedingter und aus vorangegangenen Bearbeitungsprozessen stammender Begleitstoffe und Verunreinigungen.[1][2][3]
Das sind beispielsweise
- Schalenteile (Reste der Samenschalen)
- niedermolekulare Celluloseanteile (z. B. unreife Baumwollfasern) und Begleitstoffe wie
- Fette und Wachse
- Pektine
- Proteine
- Calcium- und Magnesium-Phosphaten, Aluminium- und Eisen-Oxide
- Schlichteabbauprodukte und Restschlichte
- Schmutz und Staub
- sowie Reste der bei der Aufzucht und Fasergewinnung aufgebrachten Chemikalien.
Der industrielle Prozess wird unter Druck bei 110 °C bis 130 °C durchgeführt und führt zu einem Gewichtsverlust von 3 % bis 8 %. Dabei werden neben dem Alkalispender (in den meisten Fällen Natronlauge) ätzalkalistabile Netzmittel und Tenside, sowie Komplexbildner, Dispergiermittel und Reduktionsmittel eingesetzt. Bei Anwendung stärkehaltiger Schlichte muss zusätzlich entschlichtet werden. Das alkalische Abkochen wird nur bei schlechter Ausgangsware alleine angewandt, sonst als kombinierte Bleiche mit Abkochung. Eine Alternative zu diesem Verfahren stellt die Saure Vorbehandlung dar.
In der bäuerlichen Flachsverarbeitung wurde das Beuchen in geschlossenen eisernen Kesseln (sogenannten Bäuchkesseln) oder in bedeckten Holzbottichen ausgeführt. Die zu behandelnden Stoffbahnen oder Leinenstränge wurden ins Bauchfass geschichtet. Zuoberst kam ein grobes Leintuch, das mit Buchenasche bedeckt und mit heißem Wasser übergossen wurde. Dadurch entstand eine Lauge, die man durch die Wäsche sickern ließ, aus dem Bottich abließ, erhitzte und wieder über das Leinen goss. Dieser Vorgang wurde mehrfach wiederholt. Schmutzpartikel wurden dabei gelöst und entfernt. Der Arbeitsgang dauerte einen ganzen Tag.
Literatur
- Reallexikon der germanischen Altertumskunde.
- Erläuterungen zum Vorgang
- Hans-Karl Rouette: Handbuch Textilveredlung, Technologie, Verfahren, Maschinen. Deutscher Fachverlag, Frankfurt 2003, Band 2, S. 61–66-
Einzelnachweise
- ↑ Ursula Völker, Katrin Brückner: Von der Faser zum Stoff – Textile Werkstoff- und Warenkunde.35., aktualisierte Auflage Verlag Dr. Felix Büchner. Hamburg 2014, ISBN 978-3-582-05112-7, S. 191.
- ↑ Thomas Gries, Dieter Veit, Burkhardt Wulfhorst: Textile Thomas Fertigungsverfahren – Eine Einführung. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2019, ISBN 978-3-446-45684-6, S. 270.
- ↑ Hermann Rath: Lehrbuch der Textilchemie, Dritte neubea0rbeitete Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg NewYork 1972, ISBN 978-3-642-80650-6, S. 61.
Content Disclaimer
Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.
- The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
- There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
- It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
- Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
- Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.