Armin Petschner-Multari

Armin Petschner-Multari (* 1989 in München) ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Politik- und Kommunikationsberater sowie Publizist. Er ist Gründer der DenkfabrikThe Republic“.

Leben und Studium

Petschner-Multari wurde 1989 in München geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der University of Aberdeen. Er erwarb einen Masterabschluss in European Union Studies an der Universität Leiden.[1] Er lebt mit seinem Ehemann in Berlin und New York.[2]

Berufliche Tätigkeit

Armin Petschner-Multari auf der Berlin Campaign Conference 2025

Petschner-Multari arbeitete für die Münchner Sicherheitskonferenz und war in unterschiedlichen Funktionen für die CSU tätig.[2]

Ende 2021 gründete er die Denkfabrik beziehungsweise Kampagnenagentur „The Republic“. Das Projekt wurde unter anderem vom CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz unterstützt, der an einer Fundraising-Veranstaltung in Leipzig teilnahm und dem Vorhaben öffentlich Erfolg wünschte. Auch der damalige Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, begrüßte die Gründung.[3][4][5][6][7]

Nach der Gründung 2021 wurde von Petschner-Multari zunächst ein eigener politischer Blog betrieben.[8] Mittlerweile veröffentlicht Petschner-Multari Gastbeiträge in verschiedenen Medien zu politischen Grundsatzfragen.

Unter anderem veröffentlichte er zur Leitkultur-Debatte sowie zum CDU-Grundsatzprogramm, und u. a. auch zur Diskussion über einen „illiberalen Zeitgeist“.[9] Zu Fragen des transatlantischen Verhältnisses und zur Migrationspolitik wird er regelmäßig als politischer Experte herangezogen.[10][11]

Er tritt regelmäßig als Kommentator in Fernsehsendungen und Onlineformaten auf. Er war unter anderem Gast bei Markus Lanz[10][11] sowie Gesprächspartner in Podcasts, darunter mit Paul Ronzheimer.[12] Er kommentiert regelmäßig in Programmen von Welt und Bild. Am Tag der US-Präsidentschaftswahl 2024 war er bei Welt TV live aus Washington, D.C., zugeschaltet und ordnete die Ereignisse gemeinsam mit dem damaligen Welt-Chefredakteur ein.[13]

Petschner-Multari organisiert mit „The Republic“ die „Berlin Campaign Conference“, ein politisches Strategietreffen mit internationalen Wahlkampfberatern und politischen Akteuren.[14][15][16] Zu den Teilnehmern der Konferenz zählte unter anderem der ehemalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko.[16] Kritisiert wurde die Konferenz, u. a. von Lobbycontrol, als Vernetzungstreffen mit US-Republikanern aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump und für die Kooperation mit der Heritage Foundation.[17]

Öffentliche Wahrnehmung

Im Zusammenhang mit innerparteilichen Debatten wurde Petschner-Multari in Medienberichten als Teil eines konservativen beziehungsweise wirtschaftsliberalen Netzwerks innerhalb der CDU/CSU genannt.[4][14] Ein Bericht über die sogenannten „Rechtstreiber der CDU“ führte ihn gemeinsam mit weiteren Akteuren aus dem Umfeld der CDU/CSU auf, darunter auch mit Carsten Linnemann.[18] Er gilt als Berater der CDU-Parteiführung unter Friedrich Merz und Carsten Linnemann.[19]

Das Verhältnis von Petschner-Multari zur Republikanischen Partei in den USA gilt als eng.[5][12][13][14][16][20] Petschner-Multari äußert dabei durchaus Kritik an US-Präsident Trump, insbesondere bei der beidseitigen Vernachlässigung des transatlantischen Verhältnisses. Er betont, dass viele Republikaner hinter vorgehaltener Hand selbst sagten, dass Trumps Außenpolitik gegenüber Europa so nicht richtig sei. Er wirbt dafür, die US-Republikaner als Gesprächspartner nicht sträflich zu vernachlässigen, da sonst eine „Leerstelle“ entstehe, in die zum Beispiel die AfD „reinrutscht“.[20]

Ein von Petschner-Multari geplantes transatlantisches Forum mit dem republikanischen Senator Lindsey Graham und Friedrich Merz wurde abgesagt, nachdem interne Diskussionen im Konrad-Adenauer-Haus dies verhinderten. Der damalige Bild-Chefredakteur Johannes Boie verteidigte das Projekt öffentlich.[21]

Petschner-Multari organisierte zudem Gespräche einer Delegation der Heritage Foundation mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Außenpolitik der Unionsfraktion unter Leitung von Jürgen Hardt.[22] Im Rahmen einer von Petschner-Multari organisierten USA-Reise fand ein Treffen mit dem Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, statt, an dem unter anderem Dorothee Bär und Andreas Scheuer teilnahmen.[23] Er nahm im Juli 2024 an der Republican National Convention in Milwaukee teil.[24]

Einzelnachweise

  1. Frédéric Schwilden: Armin Petschner-Multari, Krawallmacher im Kulturkampf. In: welt.de. Welt, 14. November 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  2. a b Autorenprofil, Armin Petschner-Multari. In: schwaebische.de. Schwäbische Zeitung, abgerufen am 5. März 2026.
  3. Georg Ismar, Joana Nietfeld: Kampagnen-Plattform „The Republic“. In: tagesspiegel.de. Der Tagesspiegel, 21. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2026.
  4. a b Michael Bröcker: Gründung einer konservativen Kampagnenagentur, TheRepublic will Linksdrift bekämpfen. In: thepioneer.de. The Pioneer, 20. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2026.
  5. a b Okan Bellikli, Leon Holly: Wer steckt hinter »The Republic«? In: spiegel.de. Der Spiegel, 22. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2026.
  6. Sebastian Beug: Neue Agentur plant politische Vorfeldarbeit für die Union. In: welt.de. Welt, 21. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2026.
  7. Ralf Schuler: Führende Köpfe der Union gründen Kampagnen-Agentur. In: bild.de. Bild-Zeitung, 21. Oktober 2021, abgerufen am 5. März 2026.
  8. The Republic. In: The Republic. TheRepublic GmbHRahel-Hirsch-Straße 1010557 Berlin, 20. April 2026, abgerufen am 20. April 2026 (deutsch).
  9. Armin Petschner-Multari: Die CDU erliegt dem links-identitären und illiberalen Zeitgeist. In: welt.de. Welt, 12. September 2022, abgerufen am 5. März 2026.
  10. a b Joachim Vonderthann: Maschenabschiebungen, Petschner-Multari verteidigt bei Lanz umstrittenen Begriff. In: newstime.joyn.de. newstime, 28. Januar 2026, abgerufen am 5. März 2026.
  11. a b Debatte um Migration. In: zdfheute.de. Markus Lanz (Fernsehsendung), 28. Januar 2026, abgerufen am 5. März 2026.
  12. a b Paul Ronzheimer: Ist Trump wirklich so gefährlich? (Podcast-Folge). In: plus.rtl.de. Ronzheimer Podcast, 18. Januar 2026, abgerufen am 5. März 2026.
  13. a b US-Wahl. In: WELT Nachrichtensender (YouTube). Welt, 6. November 2024, abgerufen am 5. März 2026.
  14. a b c Annika Joeres, Elena Kolb: Konferenz in Berlin, Türen öffnen für Trump-Fans. In: correctiv.org. Correctiv, 25. September 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  15. Wahlkampfprofis aus aller Welt treffen sich in Berlin. In: tagespost.de. Die Tagespost, 8. September 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  16. a b c Alisha Mendgen: Konferenz in Berlin bringt Trumps Maga-Republikaner mit der CDU zusammen. In: rnd.de. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 13. August 2024, abgerufen am 5. März 2026.
  17. Reichtum und Einfluss Lobbytreffen von Rechtspopulisten, von Kathrin Anhold Lobbycontrol 2. September 2025
  18. Gabriela Keller, Annika Joeres, Stella Hesch: Die Rechtstreiber der CDU. In: correctiv.org. Correctiv, 11. Februar 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  19. Alisha Mendgen: Friedrich Merz und seine Berater. In: rnd.de. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 25. Juli 2023, abgerufen am 5. März 2026.
  20. a b Paul Ronzheimer: Trump-Versteher gibt zu: Habe nicht gedacht, dass es so durchgeknallt wird. In: bild.de. BILD, 18. Januar 2026, abgerufen am 3. Mai 2026.
  21. Michael Bröcker: Chaostage im Adenauer-Haus. In: thepioneer.de. The Pioneer, 26. August 2022, abgerufen am 5. März 2026.
  22. Gabriela Keller, Annika Joeres: Trumps Vordenker im Bundestag. In: correctiv.org. Correctiv, 19. März 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  23. Uli Hauck, ARD-Hauptstadtstudio: Kritik an CSU-Politikern nach Besuch bei DeSantis. In: tagesschau.de. Tagesschau, 6. Mai 2023, abgerufen am 5. März 2026.
  24. Annika Joeres, Gabriela Keller, Geld, Macht, Kampagnen: Der lange Arm von Team Trump, Correctiv 12. März 2025.

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