Alexis Bastos

Alexis de Sousa Bastos ist ein brasilianischer Geograf, Umweltschützer und Dokumentarfilmer, der als Mitgründer und Projektkoordinator des Centro de Estudos Rioterra an der Wiederherstellung degradierter Flächen im brasilianischen Amazonasgebiet arbeitet.[1][2]

Leben und Wirken

Bastos kam 1982 als Kind mit seiner Familie nach Rondônia; sein Vater eröffnete in Porto Velho einen Möbelbetrieb für die damals zahlreich zuziehenden Siedler.[3] In seinen Zwanzigern machte ihn das Tauchen in verschmutzten Flüssen auf Umweltschäden aufmerksam, woraufhin er mit Tauchfreunden Reinigungsaktionen und Informationsveranstaltungen organisierte.[3] Er erwarb an der Universidade Federal de Rondônia einen Bachelor- und einen Masterabschluss in Geografie, promovierte an der Universidade Federal do Paraná und forschte dort anschließend zur Kohlenstoffdynamik tropischer Böden.[4][5] Sein Interesse am Dokumentarfilm entstand aus Unterwasseraufnahmen und seiner Tätigkeit als ortskundiger Begleiter eines Teams von Globo Repórter in Rondônia im Jahr 1999.[6]

Im Jahr 1999 gründete Bastos mit sechs Freunden Rioterra, um ihre ehrenamtlichen Umweltaktivitäten organisatorisch und finanziell zu verstetigen.[3] Unter dem Dach der Organisation führte er bei den Dokumentarfilmen Irerua, a festa das tabocas (2001), Guaporé, terra das águas (2002), Produto de índio (2005), Mapimaí, a festa da criação do mundo segundo o povo Paiter (2005), Góv Akêe (2007) und O que beira a beira do rio Madeira (2007) Regie.[1] Seine Filme behandeln vor allem indigene Belange und Umweltfragen; stilistisch arbeiten sie mit Interviews, beobachtenden Bildern und mit einem Kommentar aus dem Off.[1] Mapimaí dokumentierte erstmals vollständig ein Fest der Paiter, das seit mehr als 15 Jahren nicht mehr abgehalten worden war, während O que beira a beira do rio Madeira gesellschaftliche Bedenken und das Genehmigungsverfahren für den Wasserkraftkomplex am Rio Madeira thematisierte.[6] Ein Zuschuss des staatlichen Ölkonzerns Petrobras über 3,5 Millionen Real ermöglichte Rioterra 2008 den Einstieg in die Wiederaufforstung; bis 2023 hatte die Organisation rund sieben Millionen Bäume auf mehr als 57 Quadratkilometern gepflanzt.[3] Als leitender Projektkoordinator war Bastos an zwei vom Amazon Fund unterstützten Wiederaufforstungsprojekten beteiligt und verwies auf deren dauerhaft hohen Finanzierungsbedarf.[7] Im September 2023 zerstörte ein vermutlich vorsätzlich gelegter Brand in der Reserva Extrativista Rio Preto-Jacundá auf 270 Hektar mehr als 300.000 Setzlinge; Beschäftigte des Vorhabens waren zuvor mit Waffen bedroht worden.[8] Bei der Ausgestaltung von Wiederaufforstungskonzessionen fordert Bastos, dass Investoren über bloße Geldtransfers hinaus eine engere Beziehung zu den betroffenen lokalen Gemeinschaften pflegen.[9] Im Jahr 2026 wies er darauf hin, dass die Wiederaufforstung in Amazonien gegenüber derjenigen im Atlantischen Regenwald durch weniger Fachkräfte und häufigere gewaltsame Landkonflikte erschwert werde.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c Documentário rondoniense: filmes, realizadores e contextos de produção (1997–2013). In: C-Legenda – Revista do Programa de Pós-graduação em Cinema e Audiovisual. 21. Mai 2021, abgerufen am 22. Juni 2026 (portugiesisch).
  2. a b Water worries speed Atlantic Forest restoration. In: EcoAméricas. 28. Februar 2026, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
  3. a b c d Replanting the Amazon could help save the world’s climate. Here’s why it’s so hard to do. In: Reuters. 3. Juni 2023, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
  4. Expert parses reforestation in Brazil, urges more ambitious goals. In: EcoAméricas. Juni 2022, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
  5. Seminário CSRio: Amazônia 2050, cenários e oportunidades. In: Instituto Internacional para Sustentabilidade. 19. November 2021, abgerufen am 22. Juni 2026 (portugiesisch).
  6. a b A estética no documentário rondoniense. In: Sociedade Brasileira de Estudos de Cinema e Audiovisual. 9. Juli 2018, abgerufen am 22. Juni 2026 (portugiesisch).
  7. U.S. election puts millions on the line for Amazon rainforest fund. In: Context. 30. Oktober 2024, abgerufen am 22. Juni 2026 (englisch).
  8. Incêndio em Rondônia expõe risco para restauro de florestas em escala. In: Reset. 12. September 2023, abgerufen am 22. Juni 2026 (portugiesisch).
  9. Como governo federal e Pará desenham as concessões de reflorestamento. In: Reset. 3. Oktober 2023, abgerufen am 22. Juni 2026 (portugiesisch).

Content Disclaimer

Informasi ini disarikan dari Wikipedia dan disajikan kembali untuk tujuan edukasi. Konten tersedia di bawah lisensi CC BY-SA 3.0. Kami tidak bertanggung jawab atas ketidakakuratan data yang bersumber dari kontribusi publik tersebut.

  1. The information displayed on this website is sourced in part or in whole from Wikipedia and has been adapted for the purpose of restating it. We strive to provide accurate and relevant information, however:
  2. There is no guarantee of absolute accuracy. Wikipedia is an open, collaborative project that can be edited by anyone, so information is subject to change.
  3. It is not intended to constitute professional advice. The content displayed is for informational and educational purposes only. For important decisions (e.g., medical, legal, or financial), please consult a professional.
  4. Content copyright. Wikipedia is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (CC BY-SA). This means that content may be reused with appropriate attribution and shared under a similar license.
  5. Responsible use. Any risk arising from the use of information from this website is entirely the responsibility of the user.