Albert Davy

Albert Ernest Davy (* 17. August 1886 in Wellington; † 13. Juni 1959 ebenda) war ein neuseeländischer Politiker und Organisator.
Frühes Leben
Albert Ernest Davy wurde am 17. August 1886 als Sohn von Selina Williams und dem Polizeibeamten Charley Davy in Wellington geboren. Die Familie lebte bis 1907 an verschiedenen Orten des Landes, darunter Thames, Dargaville und an unterschiedlichen Orten in den Regionen der Hawke’s Bay und Taranaki, bevor sie sich in Gisborne niederließ. Über Davys Kindheit und seine Schulbildung ist nichts bekannt.[1]
Berufliche Karriere
Nachdem Davy die Schule verlassen hatte, versuchte er sich in unterschiedlichen Berufen. So wurde er 1908 Schuhmacher und kurz darauf Textilhändler. Mit seiner Frau zog er nach Inglewood, kehrte aber wenig später nach Gisborne zurück, wo er sich dann als Frisör betätigte. Davy war sportlich und ein begeisterter Motorradfahrer. Er wurde Präsident der New Zealand Auto Cycle Union, Vizepräsident der New Zealand Athletic and Cycling Union und wurde als Organisator von Meisterschaftsveranstaltungen bekannt.[1]
Politische Karriere
Davy engagierte sich in der Athletic and Cycling Union und unterstützte 1919 im Wahlkampf für den Wahlkreis Gisborne den Kandidaten W. D. Lysnar für einen Sitz im New Zealand Parliament. 1923 übernahm Davy die Rolle des Organisators in der Reform Party, früher New Zealand Political Reform League genannt, und ging in die Vereinigten Staaten, um dort deren Wahlkampfmethoden zu studieren. Als er zurückkam, organisierte er für die Parlamentswahl des Jahres 1925 für die Reform Party eine Wahlkampagne im US-amerikanischen Stil. Die Wahl endete mit dem größten Sieg der Reform Party und Davy erwarb sich damit den Ruf eines hervorragenden politischen Organisators.[1]
1926 verließ Davy die Partei, nachdem ihm Wahlmanipulation zu Ungunsten einer Kandidatin vorgeworfen wurde und sein Verhältnis zu Gordon Coates, seinerzeit Parteichef und Premierminister, sich verschlechterte. Doch es war nicht ganz klar, ob er selbst den Schritt vorzog oder gegangen worden ist. Im Juni 1927 von einem Holzhändler aus Auckland mit 1300 neuseeländischen Pfund unterstützt, organisierte Davy landesweit Widerstand gegen die Regierung und gründete die United New Zealand Political Organisation. George William Forbes und Bill Veitch schlossen sich nacheinander an, sammelten Unterstützer, die von der Reform Party enttäuscht waren, und gründeten im September 1928 die United Party. Davy organisierte wieder einen Wahlkampf im US-amerikanischen Stil und führte damit die United Party zum Wahlerfolg. Der brachte zwar nicht die absolute Mehrheit der Stimmen, aber für eine von der Labour-Partei und ein paar unabhängigen Abgeordneten tolerierte Minderheitsregierung reichte es.[1]
Davy wurde Parteivorsitzender der United Party, konnte sich aber nicht damit zufriedengeben, dass seine Partei von der Labour-Partei abhängig war. Er kritisierte seine Partei derart scharf, dass er am 24. Januar 1930 entlassen wurde. Im November 1930 trat Davy erneut der Reform Party als Organisator bei und organisierte 1931 deren Wahlkampf.[1]
Im September 1934 bekam Davy das Angebot von William Goodfellow, einem wohlhabenden Unternehmensvorstand, über eine Laufzeit von drei Jahren für ein Gehalt von 1250 Pfund pro Jahr eine neue antisozialistische Partei zu gründen. Er trat aus der Reform Party aus, kündigte die Gründung der Democrat Party an und organisierte dieses Mal deren Wahlkampf. Doch sein Protegé war mit ihm und seiner Ausrichtung nicht zufrieden. So versuchte er ihn im Juli 1935 erfolglos aus dem Parteivorstand zu entfernen. Auch klagte Goodfellow auf Rückzahlung eines Teils des Gehaltes, das er an Davy gezahlt hatte. Davy organisierte den Wahlkampf 1935 nun nur halbherzig, und so folgte ein Misserfolg für die Partei, die keinen einzigen Sitz im Parlament gewinnen konnte.[1]
Kleine Pause von der Politik
Nach dem Misserfolg betätigte sich Davy eine Zeit lang als Börsenmakler, half 1937 bei der Gründung der Zeitung Hawke’s Bay Daily Mail und übernahm später auch die Leitung des Blattes.[1]
Rückkehr in die Politik
Im April 1940 schloss sich Davy der politischen Gruppe People’s Movement an, die sich gegen Bürokratismus in der Partei- und Regierungsführung wandte. Während sich im Februar 1941 dann ein Teil der Bewegung der National Party anschloss, versuchte Davy, die New Zealand Co-operative Party zu etablieren, die aber nur ein kurzzeitiges Dasein fristete. 1943 beriet er die Independent Group, die sich aus den Überresten des People’s Movement zusammensetzte.[1]
Abkehr von der Politik
Nach der Episode von drei Jahren der Rückkehr in die Politik arbeitete Davy zunächst als Kaufmann und hatte dann ab Oktober 1958 die Möglichkeit, Mitglied der Trade Practices and Prices Commission (Kommission für Handelspraktiken und Preise) zu werden. Ironischerweise bekam er diesen Job durch die Ernennung durch die damalige Labour-Regierung, deren Politik er stets bekämpft hatte.[1]
Tod
Albert Ernest Davy verstarb am 13. Juni 1959 im Alter von 73 Jahren in Wellington.[2]
Ehe
Am 2. Dezember 1908 heiratete Davy in Gisborne die Modistin Florence Maude Sawyer, mit der er zwei Söhne bekam.[1]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h i j Diana Beaglehole: Davy, Albert Ernest. In: Dictionary of New Zealand Biography 1921–1940. Volume IV. Bridget Williams Books, Wellington 1998 (englisch, Online [abgerufen am 18. Juni 2026]).
- ↑ Trade Practices Commission Chairman Dies. In: Evening Post. Wellington 13. Juni 1959, S. 14 (englisch, Online [abgerufen am 18. Juni 2026]).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Davy, Albert |
| ALTERNATIVNAMEN | Davy, Albert Ernest |
| KURZBESCHREIBUNG | neuseeländischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 17. August 1886 |
| GEBURTSORT | Wellington, Neuseeland |
| STERBEDATUM | 13. Juni 1959 |
| STERBEORT | Wellington, Neuseeland |
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