AN 51
AN 51 war ein französischer Nukleargefechtskopf für die Kurzstreckenrakete Pluton. Das System stand von 1974 bis 1993 im Dienst des Französischen Heeres.
Entwicklung
Die AN 51 entstand als Teil einer gemeinsamen taktischen Kernwaffenfamilie. Offene Fachquellen ordnen ihr den als MR 50 CTC (charge tactique commune, „gemeinsame taktische Ladung“) bezeichneten nuklearen Sprengsatz zu. Eine verwandte Ausführung wurde in der freifallenden Kernwaffe AN-52 verwendet.[1]
Die Pluton sollte sowohl taktische Ziele wie militärische Stellungen, Truppenkonzentrationen oder auch strategische Ziele wie z. B. Flugplätze, Kommandoeinrichtungen usw. hinter der Kriegsfront bekämpfen.[2] Daher ordnete Frankreich Pluton später auch der sogenannten prästrategischen Abschreckung zu.
Merkmale
Die AN 51 war eine Kernspaltungswaffe. Sie war so aufgebaut, dass die Sprengkraft vor dem Raketenstart in zwei Stufen gewählt werden konnte: 15 Kilotonnen (gegen taktische Ziele) oder 25 Kilotonnen (gegen strategische Ziele).[2] Die Masse des vollständigen Gefechtskopfes wird auf 350 bis 500 Kilogramm geschätzt. Frankreich bestätigte diese Angaben nicht.[3]
In der Fachliteratur wird eine Produktion von ungefähr 70 Gefechtsköpfen genannt. Diese Zahl ist ebenfalls eine Schätzung und darf nicht mit der Zahl gleichzeitig einsatzbereiter Pluton-Raketen gleichgesetzt werden.
Außerdienststellung
Die Pluton und die AN 51 wurden ab 1993 Jahre außer Dienst gestellt. Als Nachfolger war die Kurzstreckenrakete Hadès mit dem Gefechtskopf TN 90 vorgesehen. Die Hadès wurde jedoch nicht mehr regulär bei den Französischen Streitkräfte eingeführt, sondern zunächst eingelagert und 1996 endgültig aufgegeben.
Literatur
- Duncan Lennox: Jane’s Strategic Weapon Systems. Edition 2001, 34th edition Edition, Jane’s Information Group, 2001, ISBN 0-7106-0880-2.
Einzelnachweise
- ↑ Carey Sublette: France’s Nuclear Weapons – Development of the French Arsenal. In: Nuclear Weapon Archive. 1. Mai 2001, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- ↑ a b Duncan Lennox: Jane’s Strategic Weapon Systems. Edition 2001, 34th edition Edition, 2001, S. 539.
- ↑ Robert S. Norris, Andrew S. Burrows, Richard W. Fieldhouse: Nuclear Weapons Databook. Volume V: British, French, and Chinese Nuclear Weapons. Westview Press, Boulder 1994, ISBN 0-8133-1612-X.
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